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Historische Grundlagen


Der Medici-Codex ist ein prachtvolles Musikmanuskript der Hochrenaissance, entstanden zwischen etwa 1515 und 1520. Er wurde von Papst Leo X. (Giovanni di Lorenzo de’ Medici, 1475–1521, Papst von 1513 bis 1521) als Hochzeitsgeschenk für seinen Neffen Lorenzo II. de’ Medici (1492–1519) und Madeleine de La Tour d’Auvergne (1498–1519) in Auftrag gegeben. Die Trauung fand am 5. Mai 1518 auf Schloss Amboise statt, die Feierlichkeiten am 8. Mai. Heute wird der Codex in der Biblioteca Medicea Laurenziana in Florenz aufbewahrt, Signatur Acquisti e doni 666.

Wichtige wissenschaftliche Quellen (verständlich zusammengefasst):

  1. Edward Lowinsky – The Medici Codex of 1518 (Monumenta Monodica Medii Aevi, 1968)
    Das grundlegende Standardwerk. Lowinsky hat den Codex vollständig beschrieben, die Werke katalogisiert, die Komponisten zugeordnet und die Entstehungsgeschichte im politischen Kontext der Hochzeit analysiert.

  2. Tim Shephard – Echoing Helicon: Music, Art and Identity in the Este Studioli, 1440–1530 (2014)
    Shephard untersucht den Codex im Zusammenhang mit anderen Kunst- und Musikprojekten am Hof der Medici und Esten. Er betont, dass die Entstehung schon Jahre vor der Hochzeit begann.

  3. Jennifer Rifkin – Artikel in Fachzeitschriften (u. a. Early Music History)
    Rifkin analysiert die Auswahl der Motetten als bewusst gestaltetes politisches und spirituelles Programm.

  4. Howard Mayer Brown – Aufsätze in Journal of the American Musicological Society
    Brown befasst sich mit den Komponisten im Codex, ihren Beziehungen zum päpstlichen Hof und mit der Überlieferung von Motettenhandschriften um 1500.

  5. Bonnie J. Blackburn – Artikel zur Zuschreibung unsicherer Werke im Medici-Codex
    Blackburn korrigiert einige ältere Fehlzuschreibungen und erklärt, wie stilistische Analysen helfen, die Autorschaft einzugrenzen.

Digitale und allgemein zugängliche Quellen

  • Biblioteca Medicea Laurenziana, Florenz – offizielle Website mit Katalogeintrag und hochauflösenden Digitalisaten:
    https://mss.bmlonline.it/s.aspx?Id=ACQUISITI_E_DONI_666 


         Hier kann man jede Seite des Codex online umblättern und die Miniaturen im Detail betrachten.

  • DIAMM (Digital Image Archive of Medieval Music) – Eintrag zum Medici-Codex mit bibliografischen Hinweisen:
    https://www.diamm.ac.uk (Suche nach „Medici Codex“)

  • RISM (Répertoire International des Sources Musicales) – Katalogeintrag mit Signatur, Entstehungsdaten und Werkliste:
    https://opac.rism.info  (Suchbegriff „Medici Codex“)

  • Wikipedia (englisch und italienisch) – gibt einen Überblick über die Entstehung und die wichtigsten Komponisten, allerdings weniger detailliert und nicht immer vollständig belegt.

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